Zukunftswerkstätten

Betrachte die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher sahst; denn das heißt ein neues Leben zu beginnen.

Marc Aurel

Zukunftwerkstätten sind ein gemeinschafltliches Problemlösungsverfahren um Themen zu durchdringen oder zukunftsweisend Anliegen zu bewältigen. Sie werden überall dort eingesetzt, wo Menschengruppen Probleme haben, bei denen sie mit herkömmlichen Mitteln nicht weiterkommen.

Hintergrund:

Eine Zukunftswerkstatt vertraut auf die Fähigkeiten des Einzelnen in der Gruppe. Bestimmt wird das Vorgehen durch die folgenden Arbeitsformen:

  • Zielgerichtetes Arbeiten durch Beschränkung auf das der Gruppe Wesentliche
  • Wechsel zwischen Gesamtgruppe und Kleingruppen bei Einzelschritten
  • Verzicht auf allgemeine Diskussionen in der Gesamtgruppe
  • Schwergewicht bei allen Beiträgen auf Kürze und Beispielhaftigkeit
  • Visualisierung des Erarbeiteten auf Papierblättern und Wandzeitungen
  • Praxisorientierung durch Forderungen und Projektumrisse

Phasen einer Zukunftswerkstatt

  • Beschwerde- und Kritikphase = Bestimmung des Istzustandes
    Benennen von Schwierigkeiten, Unzulänglichkeiten, Befürchtungen, um die gegenwärtige Situation klar zu fassen.
  • Phantasie- und Utopiephase = Ausbreitung des Wunschhorizontes
    Durch Kreativität und Phantasie die Hauptkritikpunkte überwinden, um vielleicht einen völlig veränderten Ansatz zu entwickeln.
  • Verwirklichungs- und Praxisphase = Klärung des Handlungspotentials.
    Die erdachten Visionen und Entwürfe in Teilen zur Realität überleiten, hin zu Forderungen und Projektumrissen.

Formulierung des Themas

Der Formulierung des Themas oder des Problems kommte eine entscheidende Bedeutung für den Verlauf und das Gelingen einer Zukunftswerkstatt zu. Ein breites Thema hat einen eher sondierenden oder aufschließenden Charakter. Ein enge gehaltenes Thema lässt eher konkrete Ergebnisse zu. Zu dem sollte das Thema oder Problem bestenfalls über folgende Eigenschaften verfügen:

  •                Ansprechend und fesselnd sein
  •                konkret, positiv und – wenn möglich – perspektivisch
  •                evtl. provozierend und in Frage stellend.

Planung

Für alle drei Phasen der Zukunftswerkstatt empfiehlt sich das Trichterprinzip bestehend aus den Teilen Ausweiten – Einengen – Entscheiden
(z.B. Kritiksammlung, -präzisierung, -auswahl)

Dauer einer Zukunftswerkstatt

Eine Zukunftswerkstatt lässt sich gut an zwei bis drei Tagen oder an einem Wochenende durchführen.