Mentoring – Reparenting

In unserer Biografie als Kind oder Jugendlicher gibt es mitunter Situationen, in denen wir uns allein gefühlt haben und Hilfe dringend benötigt hätten oder uns allgemein einer Situation gegenüber gesehen haben, die uns emotional überfordert hat.

Mentoring bedeutet die Begleitung von überwiegend oder ausschließlich mit nur einem Elternteil aufgewachsenen Menschen und Aufarbeitung von Situationen, in denen wir uns als Kind alleine gelassen und überfordert gefühlt haben. Hierbei geht das Mentoring auf die individuelle Situation jedes Einzelnen ein und berücksichtigt die spezifischen Besonderheiten.

Mein Angebot umfasst folgende Themen und Fragen:

  • Familienaufstellung (als Einzel- oder Gruppenerfahrung)
  • Erkennen von Identifikationsmustern in der eigenen Kindheit
  • Entwickeln einer eigenen, persönlichen männlichen / weiblichen Identifikation
  • Unterstützung in der Beziehungsklärung mit den Eltern
  • Unbewältigte Trauerarbeit bei Tod eines oder beider Elternteile
  • Zeitlinienarbeit
  • Triangulierung

Hintergrund

Es gibt Situation in denen die Elternrolle, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausreichend wahrgenommen werden konnte. Zunächst bei Tod oder Scheidung der Eltern und dann aber auch, wenn wir z. B. als zweijähriges Kind ein Angsterlebnis in einer Gewitternacht hatten und die Eltern nicht im Haus waren. Oder Situationen in denen das Kind auf die Elternebene gehoben wurde und dort mit einem Elternteil in einer besonderen Koalition gegen den anderen Elternteil agiert hat oder aber zwischen den Eltern vermittelt und so Verantwortung für die Eltern übernommen hat.

Die Bedeutung der Rolle von biologischen oder sozialen Eltern kann aber für die eigene Entwicklung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. In allen Phasen des Aufwachsens, d. h. vom Neugeborenen bis zum jungen Erwachsenen, kommt der Rollenwahrnehmung der Eltern eine besondere Bedeutung zu. Sei es zu Beginn vor allem durch die Form der Gestaltung von Nähe, Wärme, Schutz und Fürsorge oder etwas später durch mögliche Identifikation mit dem, was Weiblichkeit oder Männlichkeit ausmachen können. In der Phase der Jugend, wenn durch starke Eltern Auflehnung und Abgrenzung geschützt gelebt werden kann, können sich eigene Lebensvorstellungen entwickeln und bilden. So bilden – etwas nüchterner ausgedrückt – Akzeptanz und Fürsorge die eine Seite und Fordern und Kontrolle die andere Seite der Elternschaft, um die ganzheitliche Entwicklung des Kindes zu begleiten und zu fördern. Doch häufig ist nur ein oder mitunter auch gar kein Elternteil präsent oder die Rollen werden nicht angemessen ausgefüllt.

Sozialisation

Die kindliche Sozialistation findet auch heute noch in einer überwiegend frauengeprägten Alltagswelt statt. In Kindergärten, Grundschulen oder Hort sind emotional greifbare Männer deutlich unterrepräsentiert. Unterstützt wird diese Form der Kinder- und Jugendsozialisation dadurch, dass mehr als jeder fünfte Haushalt alleinerziehend ist, wobei es auch heute noch in über 90% der Fällen der Mutter zufällt, den Nachwuchs aufzuziehen. Hinzukommt, dass selbst in Haushalten mit zwei Elternteilen für viele Kinder ein Elternteil – zumeist noch der Vater – aufgrund starken Eingebundenseins in die Arbeitswelt de facto nur sporadisch, d.h. übermüdet am Abend und/oder bestenfalls als Animateur am Wochenende anwesend ist.

Somit wachsen viele Menschen mit einer fehlenden direkten oder natürlichen männlichen Identifikationsmöglichkeit auf.

Für Jungen kann dies bedeuten, dass eigene und als weiblich wahrgenommen Persönlichkeitsanteile unterdrückt werden (müssen) und für Mädchen kann auf diese Weise ein einseitiges, meist traditionell gefärbtes Bild von Männlichkeit entstehen, das für die eigene Persönlichkeitsbildung, aber auch die spätere Partnersuche problematisch sein kann.

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