Funktionsprinzipien der Paarbeziehung

Damit Paarbeziehungen gelingen können, ist die Kenntnis und Umsetzung bestimmter Funktionsprinzipien hilfreich. Dies zeigen Auswertungen auf der Basis zahlreicher Psychotherapien und Paartherapien. Die Einhaltung dieser Funktionsprinzipien lässt die Wahrscheinlichkeit des Gelingens einer Paarbeziehung deutlich ansteigen. Die Zufriedenheit der Partner in ihrer Individualität und in ihrem Verständnis, Teil eines Paares zu sein, nimmt deutlich zu. 

Welche Kriterien für eine gelingende Paarbeziehung erfüllt sein sollten, ist hingegen recht einfach zu benennen und weniger strittig:

  • eine gewisse Langlebigkeit der Beziehung
  • ein hohes Maß an emotionaler Zufriedenheit in der Beziehung
  • ein hohes Maß an sexueller Zufriedenheit in der Beziehung
  • Unterstützung in der eigenen persönlichen Entwicklung
  • und natürlich das Vorhandensein von Liebe und Zuneigung in der Beziehung

Sind zumindest zwei oder sogar drei dieser Kriterien erfüllt, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass die Paarbeziehung gelingt.

Suche nach der Urharmonie

Die Suche nach der Urharmonie ist das, was uns Menschen im Prinzip eint. Nicht allen ist dies auf die gleiche Weise bewusst und die Wege, die wir uns hierbei suchen, erscheinen manchmal  seltsam. Und doch sehnen wir uns ganz häufig nach einer Zeit zurück, in der wir in völliger Geborgenheit auf magisch-geheimnisvolle Weise versorgt wurden. Alles schien vorhanden in dieser perfekten Symbiose aus Umwelt und uns selbst. Ganz gleich, ob wir dieser Zustand wissenschaftlich, als vollkommene Mutter-Kind Symbiose während der Schwangerschaft, oder spirituell verstehen, als Eins-sein noch bevor einer Empfängnis, die Sehnsucht, so diffus sie auch sein mag, ist in uns vorhanden.

Und im Wunsch, diese verlorene Urharmonie wiederzufinden kommt schon rein äußerlich eine Paarbeziehung der erlebten Mutter-Kind Symbiose in unserer Vorstellung am nächsten. Und mit dieser Vorstellung verbunden ist meist der Wunsch nach der Erfüllung der elementarster Bedürfnisse von Einander-Gehören, von Pflege und Umsorgung, Schutz, Geborgenheit und Abhängigkeit. Dies in einer Paarbeziehung zu suchen und zeitweise auch zu finden ist sicherlich schön und auch notwendig. Für eine intime, umfassende und verbindliche Paarbeziehung bedarf es hingegen Eigenschaften, die eher auf ein hohes Maß an Identität, Stabilität, sowie Autonomie und Reife schließen lassen.

Funktionsprinzipien von Paarbeziehungen

Die Definition von allgemeinen Funktionsprinzipien ist, wie bereits angedeutet, erheblich schwieriger, als die Festlegung von Kriterien einer gelingenden Paarbeziehung. Kein Mensch gleicht dem anderen und so gibt es gibt auch unzählig viele verschiedene Modelle eine Beziehung zu leben. Sogar wenn sich äußerlich vieles ähnelt, können Beziehungen im intimen Erleben sich deutlich voneinander unterschieden. Somit sind auch die Wege zu einer gelingenden Beziehung zahlreich. Dies bedeutet, auch wenn Sie sich in den folgenden Funktionsprinzipien mit Ihrer Beziehung nicht wiederfinden sollten, kann sie dennoch gelingen und glücklich sein.

Auf Basis seiner eigenen Erfahrungen in unzähliger therapeutischer Prozess als Paartherapeut hat Jürg Willi, Ordinarius für Psychiatrie in Zürich, in seinem sehr lesenswerten Buch die „Die Zweierbeziehung“, folgende Funktionsprinzipien als besonders erfolgversprechend zusammengestellt:

In den folgenden Blogs werden diese Prinzipien näher erläutert um später daraus ableitend das Kollusionsmodell vorzustellen.

 

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