Ablauf eines Familienstellens

Der übliche Ablauf eines Familienstellens in einer Gruppe von 8 bis 15 Menschen lässt sich wie folgt beschreiben. Zunächst werden folgende Fragen gemeinsam geklärt um den Hintergrund und das beabsichtigtes Ziel der Aufstellung so deutlich wie möglich zu machen.  

 

Wer stellt auf ?

Dies Frage wird in der Regel vor dem Wochenende bereits geklärt. Pro Tag sind drei bis vier Aufstellungen möglich. Eine Aufstellung dauert ca. anderthalb bis zwei Stunden.

Warum und was wird aufgestellt?

Vor der Aufstellung klärt und präzisiert der/die ProtagonistIn sein/ihr Anliegen oder Ziel. Hierzu hilft es, eine Frage zu formulieren, auf die eine Antwort gesucht wird.

Genogramm/ Stammbaum

Die wesentlichen Familienmitglieder werden benannt und schwere Schicksale in der Familie kurz erläutert, wie z.B.: frühe Tode, Selbstmorde, schwere Krankheiten oder erfolgte Ausgrenzung. Gemeinsam legen wir fest, wer und was zur Anfangsaufstellung gehören sollen. Dies dauert nicht mehr als zehn Minuten und kann sich in der späteren Prozessarbeit jedoch noch erweitern.

StellvertreterIn aussuchen

Die/der ProtagonistIn sucht sich für alle Teile der Aufstellung (z. B. Familienmitglieder oder auch Krankheiten etc.) RepräsentantInnen aus dem Kreis der TeilnehmerInnen aus und fragt sie, ob sie die Aufgabe übernehmen würden.

Aufstellen der StellvertreterInnen

Die RepräsentantInnen werden vom Protagonisten räumlich und in Beziehung zueinander gestellt. Hierzu fasst er oder sie die StellvertreterIn von hinten an den Schultern und bewegt sie im Raum so lange, bis sie seinem inneren Bild in Bezug auf Platz und Blickrichtung im System entsprechen. Die Stellvertreter lösen sich, soweit möglich von ihrem „Alltagsbewusstsein“,  bleiben ohne eigene Absichten und dienen somit als Resonanzfläche zur Erkundung der Grundgefühle im System.

Stellvertreter spüren nach, was in ihnen vorgeht

Dabei erfahren die Stellvertreter, dass sie, sobald sie an ihrem Platz stehen, ähnlich empfinden wie die Personen, die sie vertreten. So gelangen verborgene Beziehungen zu einem anderen Mitglied der Familie ans Licht. Alle Stellvertreter werden von mir nacheinander angesprochen und teilen zunächst ihre Wahrnehmungen und Gefühle mit. Im nächsten Schritt können sie, inneren Impulsen folgend, auch in einen Austausch miteinander treten.

Umstellen

Im folgenden Ablauf werden für die Stellvertreter und den oder die Aufstellende(n) vorteilhaftere Positionen im familiären System gesucht. Hierbei werden die Stellvertreter durch Nachfragen hinsichtlich ihrer Befindlichkeit reflektiert und behutsam geführt. Dies wird so lange fort geführt, bis alle im System einen Platz gefunden haben an dem sie gut stehen können. Dies ist die heilsame Ordnung des aufgestellten Systems.

Einwechseln des Protagonisten

Nachdem eine heilsame Ordnung gefunden wurde, kann der Aufstellende seine Position übernehmen und so für sich eine ganzheitliche Erfahrung auf unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig machen. Häufig sind lösende Sätze notwendig, die von mir vorgeschlagen werden und auf Stimmigkeit hin überprüft werden. Diese dienen der Orientierung im System und ermöglichen die Zustimmung zum neuen Bild. Oft wirkt das erreichte Bild noch lange nach und verschiedene neue stärkende Aspekte treten in Erscheinung.

Ende der Aufstellung

Ein ganz wichtiger Punkt ist die bewusste Entlassung der Stellvertreter aus ihren Rollen! Hierbei muss sichergestellt sein, dass wirklich jeder seine Rolle wieder verlassen hat. Im Bedarfsfall wird dies wiederholt.

Nachbearbeitung

Es ist durchaus möglich und normal, dass sich durch die Tiefe der Eindrücke auch noch Tage nach dem Familienstellen Prozesse in Gang setzen oder verändern. Daher biete ich Einzeltermine zur Nachbetrachtungen des Familienstellens für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an.

 

Haben Sie hierzu weitere Fragen oder sind Sie interessiert? Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme per Telefon oder auch per Email.